Lesung mit Ilma Rakusa im Sprachenatelier Berlin

Die Schweizer Buchpreisträgerin Ilma Rakusa wird am 5. Februar im Sprachenatelier Berlin aus ihrem Buch ,,Mehr Meer" lesen.

Die Veranstaltung findet im Rahmen unserer Schweizer Lesereihe zum Thema ,,Exil, Migration & Fremdheit" statt, alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Termin: Freitag, 5. Februar 2010, 20.00 Uhr

Ort:

Sprachenatelier Berlin

institut für sprachen, kunst und kultur

Frankfurter Allee 40, 10247 Berlin

U5 Samariterstr. / Tram10 Frankfurter Tor

www.sprachenatelier-berlin.de

Der Eintritt ist frei, um Voranmeldung bis zum 4. Februar wird jedoch gebeten, entweder telefonisch unter 030-27589855 oder per mail@sprachenatelier-berlin.de

Die Autorin: Ilma Rakusa

Ilma Rakusa wurde 1946 in Rimavská Sobota (Slowakei) als Tochter einer Ungarin und eines Slowenen geboren, ihre Kindheit verbrachte sie in Budapest, Ljubljana, Triest und Zürich. Sie studierte Slawistik und Romanistik in Zürich, Paris und St. Petersburg und promovierte zum Motiv der Einsamkeit in der russischen Literatur.

Seit 1977 ist sie als Lehrbeauftragte der Universität Zürich tätig und arbeitet als freiberufliche Schriftstellerin, Übersetzerin und Publizistin (,,Neue Zürcher Zeitung" & ,,Die Zeit"). Ilma Rakusa lebt in Zürich.

Das Buch: ,,Mehr Meer - Erinnerungspassagen"

Eine Kindheit und Jugend in dem Mitteleuropa, dessen politische und kulturelle Konturen nach dem Zweiten Weltkrieg gerade neu definiert wurden:

Ilma Rakusa folgt in ihren Kindheitserinnerungen dem kleinen Mädchen, das sich aufgrund seiner Herkunft - ein slowenischer Vater und eine ungarische Mutter - in immer wieder neuen Lebensorten wiederfindet, mal in einer slowakischen Kleinstadt, mal in Budapest, Ljubljana, Triest oder Zürich, irgendwann auch in St. Petersburg und Paris. Die überall Fremde, Nicht-ganz-Zugehörige findet schon sehr früh ihre ganz

eigene Heimat in der Musik und im Klavierspielen, und mit der Entdeckung Dostojewskijs auch in der Literatur.

Schließlich fühlt sie sich auch in der Bewegung, dem Unterwegssein und dem Reisen zuhause.

Rakusas ,,Mehr Meer" geht weit über die bloße Nacherzählung einer Kindheit und Jugend hinaus. Vielmehr ist es die Heraufbeschwörung der Spuren, welche von den unzähligen Lebensstationen und Begegnungen in aller Welt übrig blieben, Töne und Klänge, Farben und Stimmungen, einzelne Szenen und Blitzlichter: ,,Die Bilder, sage ich, in Ehren. Aber zuerst kommen die Gerüche." In Selbstbefragungen, in Dialogen, Gedichten und Erinnerungsbildern

geht sie ihrer eigenen Geschichte auf den Grund: ein Leben als unfreiwillige Nomadin, der ständige Ortswechsel, das Paradies des Meeres und der Küste in Triest und Grado, erste Reisen, erste Küsse, die Musik und die Begegnung mit den Ritualen der Ostkirche, die ersten Auslandsjahre in Paris und im damals noch sowjetischen Leningrad.

Für ,,Mehr Meer" hat Rakusa 2009 den Schweizer Buchpreis erhalten. Das Buch wurde unter anderem gelobt für ,,die Hervorzauberung des Schönen, Intensiven, Poetischen eben auch dort, wo man es nicht unbedingt vermutet. Ilma Rakusa begegnet ihm in der Tristesse osteuropäischer Städte und vor dem weiten Horizont des Meeres, im Gespräch in einer Studentenküche und beim gemeinsamen Musizieren. Diese Schönheitsempfindlichkeit, diese Erfüllung der Welt mit Poesie ist die besondere Befähigung dieser Autorin, und eine andere ist es, den Leser damit anzustecken.

Das Mittel dazu ist das treffende Wort, das Dichterwort. Geschult im Umgang mit den großen Lyrikern, die sie übersetzt,interpretiert und vermittelt, geschult auch durch die eigene lyrische Arbeit, hat Ilma Rakusa mit ihren Erinnerungspassagen ein episches Werk geschaffen, das lyrische Ansprüche erfüllt." (Martin Ebels Laudatio anlässlich der Verleihung des Schweizer Buchpreises)

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