- Brettspiele – mehr als nur „Mensch ärgere Dich nicht“? -

„Mensch ärgere dich nicht“ ist zweifelsohne eines der bekanntesten Brettspiele, welches die Menschen immerhin schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts in seinen Bann zieht. Es gibt wohl kaum jemanden, der sich nicht an stundenlange Spielrunden erinnert, an deren Ende sich doch immer wenigstens ein Mitspieler geärgert hat. Im Zeitalter der Computerspiele sind die klassischen Brettspiele ein wenig ins Abseits geraten.
Zu Unrecht: Ein regelmäßig durchgeführter Spielenachmittag mit der ganzen Familie fördert den Zusammenhalt und bildet ein wunderschönes Ritual im anstrengenden Alltag. Gemeinsames Spielen fördert die Konzentration, regt die Fantasie und die Kreativität an. Außerdem müssen große und kleine Mitspieler gemeinsam lernen, mit Niederlagen umzugehen.
Die Spieltypen: Wettkampf und Strategiespiele
Grob kann zwischen zwei Spieltypen unterschieden werden. Es gibt auf der einen Seite reine Wettkampfspiele, an deren Ende ein Sieger feststeht. Auf der anderen Seite gibt es Strategiespiele, deren Ziel darin besteht, gemeinsam etwas aufzubauen und ein Ziel zu verfolgen. Werden die Spiele im Rahmen eines gemeinsamen Familiennachmittags gespielt, sollten an der Spielauswahl alle Mitspieler beteiligt werden.
Besondere Rücksicht ist hierbei auf die jüngsten Mitspieler zu nehmen, die an einem zu komplizierten Spiel schnell die Lust verlieren, weil sie überfordert sind. Im Alter von 8-10 Jahren sind die meisten Kinder durchaus in der Lage, an den Brettspielen der Erwachsenen teilzunehmen. Immer wieder die gleichen Spiele zu spielen wird schnell langweilig. Um den Spielspaß nicht zu verderben, sollte ab und an ein neues Spiel angeschafft werden. Der Spielemarkt ist jedoch riesengroß. Wer sich im Spielwarengeschäft „mal eben im Vorbeigehen“ für ein Spiel entscheiden möchte, wir diese Absicht angesichts der zahlreichen, verlockenden Spiele schnell vergessen. Ein Anhaltspunkt für den Kauf eines neuen Spiels kann die Auszeichnung „Spiel des Jahres“ sein. Dieser Preis für Brettspiele im deutschsprachigen Raum wird seit Ende der 1970er-Jahre verliehen. Eine unabhängige Jury entscheidet hierbei anhand verschiedener Kriterien über das jeweilige „Spiel des Jahres“ – jeweils im Bereich der Kinder- und Erwachsenenspiele.