Bequemes Finanzpolster: der Dispositionskredit

Kein anderer Kredit wird so häufig in Anspruch genommen wie der Dispositionskredit. Einer Umfrage zufolge wird er von rund 90 Prozent aller Kontoinhaber regelmäßig genutzt. Schätzungsweise sind 40 Prozent aller Girokonten sogar fast durchgehend überzogen.
Verwunderlich ist das nicht, immerhin gibt es keinen anderen Kredit, der so flexibel wie der Dispositionskredit ist. Er kann jederzeit in Anspruch genommen werden – anders als bei anderen Kreditarten muss kein expliziter Kreditantrag gestellt werden. Ebenso einfach gestaltet sich auch die Tilgung: Es existieren keine vorgeschriebenen Tilgungszeiträume oder Tilgungssätze. Stattdessen ist der Kontoinhaber dazu berechtigt, den in Anspruch genommen Kredit jederzeit vollständig oder auch teilweise zurückzuzahlen.
Vorsicht Dispo, Falle!
Diese Flexibilität birgt aber auch Gefahren. Es ist nämlich so, dass sich die Kreditinstitute die Bereitstellung der Kreditlinie entsprechend gut bezahlen lassen. Kein anderer Konsumentenkredit ist so teuer wie der Dispositionskredit. Die Sollzinsen sind üblicherweise mehrere Punkte über den Zinssätzen von Ratenkrediten angesiedelt, die Höhe des Zinssatzes ist von den Marktzinsen abhängig. Sollten die Zinsmärkte steigen, verteuert sich auch der Zinssatz eines Dispositionskredits. Und sollte ein Kontoinhaber die ihm zur Verfügung stehende Kreditlinie überziehen, so wird es richtig teuer: Ab diesem Zeitpunkt werden zusätzliche Überziehungszinsen fällig.
Vor allem eine dauerhafte Inanspruchnahme seines Dispositionskredites wird teuer: Monat für Monat fallen unnötig hohe Zinsen an. Besonders gefährlich wird es, wenn man größere Vorhaben über den Dispositionskredit finanziert. Auf diese Weise sind bereits etlichen Verbraucher in die Schuldenfalle geraten. In diesem Fall sind die Kreditzinsen so hoch, dass das verfügbare Einkommen nicht mehr ausreicht, um den Kredit zu tilgen.