Allrounder für gehobene Ansprüche: die digitale Spiegelreflexkamera

Steigen die Ansprüche an ein Foto, landet man früher oder später bei digitalen Spiegelreflexkameras, kurz DSLR. Hier wird das Bild anders als bei den digitalen Kompakten durch einen Schwingspiegel und ein Pentaprisma projiziert, man sieht also kein Live-Bild wie bei den Kompakten – was übrigens der Grund dafür ist, dass die durchaus vorhandene Videofunktion bei den DSLRs reichlich überflüssig ist.
Welches System?
Wenn man sich eine Spiegelreflexkamera zulegen möchte, sollte man sich zunächst einmal für eines der modularen Systeme entscheiden. Die bekanntesten dieser Systeme sind beispielsweise die Canon EOS Reihe, die Sony Alpha-Reihe und die Nikon D. Die Kamera eines solchen Systems kann mit passenden Objektiven, Adaptern, Blitzen, Batteriegriffen mit Hochauslöser etc. ausgestattet werden, die optimal an die Systemvoraussetzungen angepasst sind und so natürlich optimale Ergebnisse liefern, die auch Profiansprüchen genügen.
Das richtige Objektiv finden
Neben dem Kamerabody mit der eigentlichen Aufnahmetechnik sind auch die verwendeten Objektive von Wichtigkeit – einen Body ohne Objektiv kann man nicht verwenden. Die Auswahl der Objektive richtet sich danach, für welche Zwecke die Kamera eingesetzt werden soll. Was man dabei nie vergessen sollte: die Kameras besitzen fast alle einen Crop-Faktor, der aufgrund ihrer Bauweise entsteht.
Je nach Modell und System verlängert dieser Faktor, z.B. 1,6, die Brennweite. Ein 50mm-Objektiv beispielsweise weist also effektiv eine Brennweite von etwa 80mm auf. Worüber sich Natur- und Portraitfotografen freuen – schließlich haben sie so automatisch eine längere Brennweite ohne mehr Geld ausgeben oder schwerere Objektive tragen zu müssen – ärgert Landschafts- und Architekturfotografen. Die arbeiten nämlich vorwiegend mit Weitwinkelobjektiven im Bereich von 12 bis 35 mm. Und wer ein Weitwinkelobjektiv einsetzt, möchte in der Regel einen so weiten Winkel wie möglich mit der Kamera erfassen.
Vorteile der DSLR
DSLRs ermöglichen weitaus größere fotografische Gestaltungsmöglichkeiten als Kompaktkameras. Die weitaus höhere selektive Schärfentiefe ist abhängig von der Sensorgröße der Kamera. Das Spiel mit Blende und Belichtungszeit ergibt Bildkompositionen, die auch mit der besten Kompakten nicht zu erreichen sind. Ein weiterer Vorteil der DSLRs ist ihr schneller und präziser Autofokus, der durch die Aktivierung unterschiedlicher Autofokusfelder gesteuert werden kann.
Jede Spiegelreflexkamera verfügt auch über eine Serienbildfunktion, die sich besonders dann auszahlt, wenn man Bewegungen festhalten möchte. Günstigere Einsteigermodelle bieten 1,5-3 Bilder pro Sekunde bei einer Bildfolge von 5-6, Profimodelle warten dagegen mit bis zu 10 Bildern pro Sekunde und einer unbegrenzten Bildfolge auf.